Gedanken zum jahreswechsel

    • Gedanken zum jahreswechsel

      Moin miteinander,
      Ich hoffe ihr hattest ein besinnliches Weihnachtsfest und freut euch auf das nächste Jahr in unserer geliebten Branche
      Während der Weihnachtszeit musste ich mir leider wieder ein paar Gedanken über uns alle machen.
      Schade - es hätte so schön werden können.
      Aber nachdem mir drei Kollegen unabhängig von einander mitgeteilt haben, dass unsere grossspediteure in den letzten Monaten teilweise zwei frachtratenkürzungen durchgezogen haben natürlich mit der Begründung der Diesel sei so extrem günstig frage ich mich wieder einmal in welcher Branche ich hier tätig bin.
      Ich rekapituliere vor mehr als 20 Jahren ( im Alter wird das Langzeitgedächtnis besser) sind wir für 3.400 dm ( deutsche Mark ((West)) von Hamburg nach München gefahren ohne Maut dieselkosten ca 0,70 dm
      Interessant heute bringt so eine Tour 800-900 Euro kosten 130 Euro Maut und der Sprit ist mit 1.00 Euro auch mehr als doppelt so teuer -für die rechenkünster 8-900 Euro entspricht so ungefähr 1.600-1.800 dm
      Bewundernswert was wir uns anscheinend so leisten können - aber ok !
      Wir haben in diesem Jahr diverse Touren an subunternehmer verkauft - Achtung jetzt kommt es - auch nicht zu Klasse frachtpreisen aber zu dem frachtpreis welcher uns der Unternehmer angeboten hat ( war schwierig einen Preis zu bekommen würde immer rumgedruckst) aber der Oberhammer festes entladezeitfenster und es hat eigentlich auch gut geklappt keine Reklamationen nix - super oder ?
      Bis auf das ich Beim kontrollieren der Quittungen gesehen das bei zwei Transporten Termin 8.00 Uhr vom Empfänger quittiert wurde 7.45 h - 14.30 / 15.00 Uhr
      Ich glaub mein Schwein pfeift. Riesensauerei geht nicht - das Auto muss abgezogen werden oder die Zeit bezahlt werden. Aber vom frachtführer nix NADa nix null keine Info, keine Reaktion
      Nur das zu berechnen oder zu beschleunigen geht nur wenn der Unternehmer / frachtführer auch etwas sagt
      Verdienen die Leute soviel Geld das solche Zeiten da noch drin sind ?
      Ok ich verstehe warum die Frachten gesenkt werden müssen !

      Man oh man
      Leute wacht mal auf es ist nicht unmoralisch als Transportunternehmen oder Spediteur Geld zu verdienen dafür kommt man nicht in die Hölle - aber kein Wunder das unsere Kundschaft schallend über uns lacht
      Mindestlohn - egal tragen wir, Wartezeiten egal, Stau egal, etc alles egal - ok dann ist es so
      kraftfahrermangel egal nein wir müssen nicht vernünftig bezahlen und wenn bezahlen wir - unser Kunde doch nicht nein der nicht der kann ja nix dafür
      W a h n s i n n !!!!!!!!!!
      Guten Rusch ins neue Jahr für alle die noch da sind
      Kämpfen Siegen oder untergehen - im wahrsten Sinne des Wortes

      PS wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten ist blöd auf dem Tablet zu schreiben
    • Früher war auch nicht alles toll, ich will nur mal an die Konzessionen und das Geschacherte darum erinnern.
      Gibt natürlich heute viele Faktoren die auf die Preise drücken, weniger Reglementierung, ausländische Konkurrenz, Frachtenbörsen.
      Und nicht vergessen, die Auftraggeber wissen daß man Fixkosten hat und damit unter Auslastungsdruck steht.

      Ich kann nur Tips aus meiner Warte geben:
      - Um das 08/15-40-t-Tautliner-Geschäft einen Bogen machen wie der Teufel um ein Weihwasserbecken. Das kann jeder überall. Da würde ich sogar eher lizenzfrei Fernkurier fahren, ist zwar auch nicht lukrativer aber einfacher.
      - Fixkostenarm arbeiten, nur eigene abbezahlte Autos und keine Festangestellten. Dann läßt man in der Saure-Gurken-Zeit einfach mal alles stehen und liegen und bastelt am eigenen Häuschen rum. Wenn dann aber Saison ist fährt man so viel man kann und diktiert die Preise.
      Kühltaxi Kühlkurierdienst, Tel./Fax: 02484/919170
      E-Mail: [EMAIL]kuehltaxi@aol.com[/EMAIL],

      Das Bild ist nicht wegen dem Motor sondern nur wegen den Ladeluftkühlern.... 8)

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    • Moin,
      das Stimmt aber wenn man Genehmigungen hatte war alles Gut und man war auch noch überall gut angesehen beim Kunden, beim LKW Händler, der Werkstatt etc UND bei der BANK da ja die Genehmigungen einen Wert darstellten.
      Ich kann da ich einige deiner Vorschläge nachvollziehen und manche davon sind meine Existenzgrundlage, allerdings fahren wir das ganze Jahr und komisch die Kunden die bei uns sind ( sind auch welche gegangen aber auch welche wiedergekommen) akzeptieren das wir Leben müssen und einigermaßen vernünftige Frachten berechnen und auch wenn es dazu kommt das wir Wartezeiten, Nebentätigkeiten etc berechnen. War am Anfang ein Kampf aber es funktioniert !

      Ich möchte nur das andere das auch begreifen - wir müssen uns nicht zum Deppen der Nation machen
      DAS haben wir nicht nötig ( zumindest nicht immer)
      Problem ist das hier jeder nur noch zusammengekauert in seiner Ecke sitzt und den Mund nicht aufmacht siehe mein Beispiel mit der Entladezeit ( es war ein deutscher Unternehmer mit deutschem Fahrer)
      Man - ich begreife das nicht, vielleicht bin ich da schon zu alt zu!

      Noch ein Beispiel: Wochenende Ruhezeit - in Frankreich und Belgien wird kontrolliert
      bei uns nicht - ERGO das ganze Wochenende stehen in Hamburg Kiel Lübeck und wo weiss ich noch
      die Osteuropäer rum und warten ( der Fahrer kann da nix für das ist das schwächste Glied in der Kette)
      der ist froh das er Arbeit hat ( Sklavenarbeit aber EGAL ) MINDESTLOHN diskutieren wir jetzt nicht
      aber kaum fängt unsere Regierung an sich über mögliche Kontrollen und Gesetze Gedanken zu machen
      schreit unser Gewerbe " Oh - so geht das nicht ! "
      Warum ? Weil eventl mal ein LKW im Monat übers Wochenende draußen bleiben muss.
      Wir machen uns selbst kaputt - wenn einer meiner Jungs draußen bleiben muss dann muss der Kunde das zahlen - ganz einfach ( und das haben sie bis jetzt auch gemacht) kommt allerdings ganz selten vor.

      Es geht ! Wir müssen nur mal wieder etwas Kreuz zeigen und nicht im aufrechten Stand mit der Nase schon im Dreck liegen weil wir so buckeln und krauchen.

      In diesem Sinne : Frohe Weihnachten - Quatsch

      Gesundes erfolgreiches neues Jahr !
    • Ich wünsche euch allen auch einen guten Rutsch und hoffe (und natürlich glaube ich nicht daran), dass es besser wird, für euch, für mich, für uns.

      Viele rieten mir damals auch ab, den Speditionskaufmann anzufangen zu erlernen, bezüglich der Branche. Aber entweder man lebt und mag es oder halt nicht.

      Ich habe es keinen Tag bereut und bin seit Kindertagen damit großgeworden.

      In diesem Sinne alles Gute für 2016 und jetzt pfeife ich mir erstmal die gestern angekommene neue Fernfahrer rein ;)
    • Ich wümsche allen hier Einen Guten Rutsch ins Neue Jahr 2016 :P
      Man will viel,aber ob man auch das bekommt ist die Frage.
      Wie so oft geschrieben,alle schreien rum ,aber wie sagt Hermann immer `>keiner hat Eier in der Hose< ,
      Dann lasst doch mal einfach die Karren stehen,mal sehen was dann ist.Aber dann schreit Ihr gleich wieder ,ja dann fährt das ein anderer.
      Kumpel seine (24) Züge fahren nur noch im Stundenlohn von 65 €/ Std.Wenn da jemand anruft,und sagt geht nach Tonnen,bekommt er die Antwort dann such mal weiter. :thumbup: nur so geht es. :thumbup:
    • Moin,
      da ist dann endlich mal einer der es begriffen hat - weiter so.

      Wenn wir uns selbst nicht schützen und helfen dann ist es vorbei - es wird kein anderer für uns tun.
      Ich bin seit über 30 Jahren in der Branche, von Kindesbein an damit aufgewachsen und wollte nie was anders werden. Im Endeffekt bin ich froh das ich Spediteur und Unternehmer bin und auch stolz darauf.

      Ich sehe nur das es seit 20 Jahren immer kontinuierlich schlechter ums Gewerbe bestellt ist und jeder
      jammert und weint aber kaum Leute den Mumm haben auch mal NEIN zu sagen.

      in diesem Sinne - gesundes neues Jahr !
      und immer ne vernünftig bezahlte Ladung auf dem Laster
    • Das ist ja der wunde Punkt,die Franzosen und Italiener machen es richtig.Einfach mal alle die Tür zu machen,peng :P dann wird jeder sehen,Oh ohne LKWs geht nichts mehr.Aber wie sagt Hermann immer,hier hat ja keiner Eier in der Hose.
      Aber wenn A sagt fahre das nicht zu dem Kurs,dannschreien alle wir fahren das.Setzt doch mal ne Ladung für einen guten Kurs in die Timo,hast noch nicht ganz drin dann überschlägt sich das Telefon schon,da kannst dann ein Callcenter mit 1000 Leitungen mit auslasten. :cursing:
    • Moin,
      stimmt leider hier hat kaum jemand Eier das gestaltet sich das schwierig weil wir ALLE das ganz clever gemacht haben:
      In den 80er Jahren wurde der neue LKW noch CASH bezahlt, dann auf Wechsel, dann angezahlt
      und finanziert, dann der Alte verkauft für die Anzahlung und der Rest finanziert, dann vollfinanziert,
      dann vollfinanziert bei der Fahrzeugbank "da die Hausbank diese Geschäfte nicht im Kernbereich hatte" dann vollfinanziert mit Restrate ( in Höhe des ca Restwertes), dann geleast mit Restwert ( Übernahme), dann geleast und zurück gegeben, dann gemietet.
      F A K T über die letzten 20 Jahre haben wir ALLE unser Kapital und unsere Margen immer an die Kunden gegeben. - Wie bescheuert muss man denn sein ?
      ( ich nehme mich da nicht aus, da wir auch als Fracht nicht mehr das bekommen was vor 15 Jahren noch gezahlt wurde) Da sind wir alle selber Schuld dran.
      U N D Heute weiß jeder es sind genug Fahrzeuge auf dem Markt, die Leute müssen fahren wegen des
      Deckungsbeitrags ( Fixkosten ) und so - freie Marktwirtschaft ist nicht gegen zu sagen.

      HAUSGEMACHTES LEID

      Ich habe heute " 05.01.2016 " in Hamburger Hafen einen LKW von einem NAHVERKEHRSUNTERNEHMER ( nicht ganz kleines Unternehmen) gesehen - beschriftet wie folgt Firma ........ Rumänien ( Niederlassung) mit entsprechender LKW Zulassung !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      NAHVERKEHR IN HAMBURG / Nasses Dreieck - Hallo jetzt gehts richtig los !
    • Das war früher aber auch schon so, daß die Unternehmer nicht ihr Geld mit Nachdruck eingefordert haben. Da hat man als Fahrer eine schriftliche Bestätigung vom Empfänger über die Standzeiten trotz Termins beschaft und dann sagt der Chef: "Und, soll ich jetzt dem eine Rechnung stellen?", und das Thema war vom Tisch.

      Auch als Fahrer gehts nur Rückwärts. So habe ich angefangen (innerdeutscher Fernverkehr mit Bissl Benelux) [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/24199339ap.jpg]
      Auch hier war die Welt noch in Ordnung (Werkfernverkehr bis angrenzendes Ausland, Verpflegungsmehraufwand kommt noch dazu) [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/24199340ug.jpg]

      Hier war es vom finanziellen her schon nix mehr (Volumenfahrzeug bis angrenzendes Ausland, Verpflegungsmehraufwand kommt noch hinzu) [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/24199342du.jpg]


      Deshalb auf die Seite gewechselt, welche Transportaufträge vergibt (Disponent und Anlagenführer Transportbeton) Das war wieder besser,das war mein Glück. [Blockierte Grafik: http://up.picr.de/24199343xt.jpg]


      Die Sache werdet ihr aber nicht mehr umgedreht bekommen, die Verlader werden immer als erstes auf den Preis schauen. Ich habe es schon erlebt, daß der Verlader dem Transportunternehmer vorrgerechnet hat, was eben jener für Kosten max. haben darf um mit den angedachten Frachtpreis auskommen zu können. Falls er das nicht schaft solle er doch bitte ausflagen oder zu machen. 30 Jahre Kundenbeziehung? Scheiß egal.
      Die europäische Industrie verlangt nach günstigem Transportraum und unregulierter Auftragsvergabe. Also wird man sich auf dem geringsten gemeinsamen Nenner treffen.
    • Ich glaube das diese Preisdrück Mentalität v.a. bei Unternehmen eine Rolle spielt, die sich extra Einkäufer für Transport leisten - die müssen dann den "hässlichen Deutschen" raushängen lassen um Ihren Job zu rechtfertigen.

      Und zum Essen werden die vom Spediteuer sowieso nicht eingeladen vice versa. Wir im Handel nennen das einfach "Industrie" (Transporteuere/Speditionen würde ich da nicht zu zählen, da Sie viel unternehmerischer denken, zumindest Reeder - in der LKW Branche aber wohl auch).
    • Lieber Spediteur- Urgestein,

      wie Du mir doch aus der Seele sprichst. Wenn wir alle mal an einem Strang ziehen würden ginge es uns viel besser. Aber jeder ist ja dem anderen sein Teufel. Keiner gönnt dem anderen mal einen € mehr Einnahme. Fahr ich es nicht, fährt es mein Nachbar der mir gestern noch die Ohren vollgejammert hat wie Beschissen doch die Lage ist. Da frage ich mich doch ob man sich eigentlich noch selber im Spiegel ansehen kann. Ich bin ja nur ein Kaufmann der auf dem Bock sitzt, in den Augen von so einigen haben Leute wie ich ja keine Ahnung vom Geschäft. Vor allem noch weniger als die ganzen Krauter die sich von einer Insolvenz in die nächste hangeln oder ihren Sklaven, ähh sorry, Angestellten eine lächerliche Vergütung bieten.... Die sich mit der Einführung des MiLoG gleich mal schlau machen wie sie denn das umgehen können! Bei einem großen deutschen Logistiker fahren z.B. Unternehmer aus ganz Deutschland. Der Fahrer Ost bekommt bis zu 600€ weniger als Fahrer West! Warum? Weil der Unternehmer Ost schnell "reich" werden will? Nein, meine lieben Unternehmer und Spediteure so wird das nichts. Erst wenn wir alle kapieren das wir zusammen in eine Richtung rudern müssen werden wir uns nicht mehr im Kreis drehen!
      Und noch etwas an die ganzen Verbände. Werft Unternehmer im hohen Bogen raus die der Meinung sind Dumpinglöhne zahlen zu müssen oder versuchen ihre Firmen auszuflaggen (wie Zypern z.B).
      Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.
      -Wilhelm Busch-