Selbstständig sein aber trotzdem Angestellter bleiben?

    • Selbstständig sein aber trotzdem Angestellter bleiben?

      Hallo,

      ich arbeite nun schon ein paar Jährchen als Disponent. Wie das ja so ist lernt man im laufe der Zeit auch jede Menge Leute und Partner kennen.

      So hab ich die Möglichkeit geboten bekommen für eine Firma in Portugal täglich 5 kpl. Ladungen nach Deutschland zubekommen. Die Firma hat nichts mit der Spedition zutun wo ich Angestellter bin und die Firmen kennen sich auch nicht. Dürfte also kein Problem darstellen, zwecks an Kunden gehen …?

      Die täglichen Transporte wurde ich mit einem litauischen Sub-Unternehmer abwickeln der auf der Relation tätig ist. Mit dem Arbeitet meine Firma auch nicht zusammen.
      Meinem portugiesischen Kunden gegenüber würde ich als Spediteur auftreten, da dieser darauf bestehen will mit mir als Spedition zusammen zuarbeiten.

      Mein Problem ist, ich möchte weiterhin bei meiner jetzigen Spedition als Angestellter bleiben. Da durch die Ladungen pro Monat ca. 1.500Euro Reingewinn rauskommen würden und ich als Angestellter mehr raus habe. Ich muss aber da ich ja im Falle eines Falles als Spediteur auftrete ein Gewerbe Anmelden und mich auch dem entsprechend versichern.

      Wie läuft so was dann Versicherungs- und Rententechnisch, muss/kann/darf das mein Arbeitgeber zahlen oder muss ich das dann machen? Darf er mich überhaupt weiterhin als Angestellter beschäftigen oder dann auch als Sub-Unternehmer?

      Bevor ich meinen Chef konfrontiere oder mit der Portugiesischen Firma Rücksprache halte, würde ich mich freuen ein paar Infos von euch zu bekommen.

      PS: Der Kunde der bei mir privat angefragt hat, für die Firma werben wo ich arbeite ;) nein danke.

      FreightExchange
    • Gewerbe anmelden kein Problem. Einfach bei der Gemeinde 30 Euro oder so für den Gewerbeschein und das ist alles fürs erste. Dein Arbeitgeber kostet das nichts. Dich kostet es dann nur noch etwas mehr Krankenkassenbeitrag weil Du ja nun mehr Einkommen hast. Bei 1500 Extra im Monat etwa 200 für die Krankenkasse, 100 Berufsgenossenschaft, 100 Kleinkram wie IHK und so und je nach dem bisherigen Einkommen und der Lohnsteuerklasse 100 bis 750 Lohnsteuer. Jeweils monatlich versteht sich. Dir bleiben also von den 1500 im Monat garantiert noch 350 Euro übrig wenn Du legal tätig sein willst.

      So rein aus dem Bauch heraus sehe ich die Probleme bei "portugiesischer" Verlader, weil da denke ich an 90 Tage bis zum ersten Zahlungseingang, wenn überhaupt und "litauischer" Frachtführer, weil da denke ich Du wirst Überraschungen erleben, was alles mit der Fracht passiert, wenn der nicht bei der zweiten Lieferung Cash von Dir sieht. Wenn Du aber kein Eigenheim zu verlieren hast und auch mit sowas wie Moskau Inkasso kein Problem hat solltest Du ruhig Geschäfte machen die Du Deinem Arbeitgeber nicht zutraust...
    • Original von Top
      Gewerbe anmelden kein Problem. Einfach bei der Gemeinde 30 Euro oder so für den Gewerbeschein und das ist alles fürs erste. Dein Arbeitgeber kostet das nichts. Dich kostet es dann nur noch etwas mehr Krankenkassenbeitrag weil Du ja nun mehr Einkommen hast. Bei 1500 Extra im Monat etwa 200 für die Krankenkasse, 100 Berufsgenossenschaft, 100 Kleinkram wie IHK und so und je nach dem bisherigen Einkommen und der Lohnsteuerklasse 100 bis 750 Lohnsteuer. Jeweils monatlich versteht sich. Dir bleiben also von den 1500 im Monat garantiert noch 350 Euro übrig wenn Du legal tätig sein willst.

      So rein aus dem Bauch heraus sehe ich die Probleme bei "portugiesischer" Verlader, weil da denke ich an 90 Tage bis zum ersten Zahlungseingang, wenn überhaupt und "litauischer" Frachtführer, weil da denke ich Du wirst Überraschungen erleben, was alles mit der Fracht passiert, wenn der nicht bei der zweiten Lieferung Cash von Dir sieht. Wenn Du aber kein Eigenheim zu verlieren hast und auch mit sowas wie Moskau Inkasso kein Problem hat solltest Du ruhig Geschäfte machen die Du Deinem Arbeitgeber nicht zutraust...

      Danke für die rasche Antwort. Naja so einfach ist das nicht. Hier bei der Gemeinde kann man kein Gewerbe anmelden dafür ist die zu klein.

      Das mit der Lohnsteuer verstehe ich jetzt nicht? Ich führe doch auf den Gewinn der Transporte schon die 19% Umsatzsteuer ab?

      Und um den portugiesischen Auftraggeber und Zahlungsmoralitäten braucht ihr euch keine Gedanken zu machen, sowie um den litauischen Unternehmer, der ist einer der zuverlässigsten den ich kenne. War mein Partner auf der Relation Portugal -> Schweiz. Zwar schon 2 Jahre her aber rollt immer noch wie gehabt.

      Edit: Meinem Arbeitgeber trau ich das schon zu. Wäre ja meine Relation. Aber dem hab ich einmal nen Kunden mitgebracht und dafür nicht mal nen danke erhalten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FreightExchange ()

    • Toip hat grundsätzlich alles geschrieben......wenn du aber als SPEDITEUR auftrittst, dann haftest du auch gem. deinen Geschäftsbedingungen....und dafür ist unbedingt eine Versicherung fällig, die den Gewinn noch bedeutend schmälern dürfte. Spätestens beim 1. Schadensfall wirst du Farbe bekennen müssen....
      Weiterhin solltest du dich erkundigen, mit wem der portugiesische Kunde bisher zusammenarbeitet und warum er zu jemandem wechseln will, der bisher ncoh gar keine Firma hat....Bei mir würden da alle Alarmglocken klingeln: du bringst 2 Partner zusammen, die dann bald ohne dich noch besser können, ohne teilen zum müssen! Kundenschutz in Portugal oder Litauen dann einklagen, wenn er vereinbart wurde:...vergiss es!

      In deinem Arbeitsvertrag müsste drin stehen, ob du Nebengeschäfte oder -erwerb tätigen darfst und auch, ob du dem AG Mitteilung machen musst. Wenn du dies unterlässt, kann dies arbeitsrechtliche Folgen haben.

      Für das Risiko und den wenigen Mehrverdienst würde ich diesen Zusatzjob nicht machen....

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von hurgler0815 ()

    • Original von hurgler0815
      In deinem Arbeitsvertrag müsste drin stehen, ob du Nebengeschäfte oder -erwerb tätigen darfst und auch, ob du dem AG Mitteilung machen musst. Wenn du dies unterlässt, kann dies arbeitsrechtliche Folgen haben.

      Für das Risiko und den wenigen Mehrverdienst würde ich diesen Zusatzjob nicht machen....

      Das ist doch mal ne Aussage und über alles andere braucht ihr euch keine Waffel machen oderwas anzuzweifeln ... Zwecks Haftung und Kunde nicht zahlen....

      Nur wie ist das nun mit der Lohnsteuer? Warum soll ich auf meinen REINGewinn Lohnsteuer bezahlen? Da ich doch schon Umsatzsteuer abgetreten habe.

      Und eine Frage noch. Wenn ich eine GmbH gründe ist das auch kein Problem Angestellter zu sein?
    • Also Umsatzsteuer und Lohnsteuer sind da was verschiedenes. Umsatzsteuer fällt garnicht an, wenn Du eine Umsatzsteueridentnummer beim Fnanzamt beantragst, denn der Portugiese wird keine Steuern an das deutsche Finanzamt zahlen. Er wird Dir die Fracht netto überweisen.

      Die Lohnsteuer zieht Dir Dein bisheriger Arbeigeber vom Lohn ab und überweist sie an das Finanzamt. Wieviel siehst Du auf Deiner monatlichen Lohnabrechnung. Die Höhe der Lohnsteuer ist abhängig vom Verdienst. Wenn Du wenig verdienst hast Du einen Freibetrag und zahlst garnichts, aber je mehr Du verdienst desto höher der prozentuale Abzug bis zum Spitzensatz von 50 %. Das ist das was die meisten hier im Forum zahlen müssen wenn sie fleißig und gut disponieren und in Deutschland steuerpflichtig sind :]
    • GmbH: Wenn Du eine GmbH gründest mußt Du keine Einkommensteuer mehr zahlen sondern nur noch 25 % Körperschaftssteuer und je nach Hebesatz Deiner Gemeinde Gewerbesteuer. Die GmbH braucht aber einen Geschätsführer und muß ständig Bilanzen führen. Es ist eine Menge unproduktiver Arbeit dabei und ich möchte den Arbeitgeber sehen der jemanden beschäftigt der nebenbei noch Geschäftsführer einer Spediions GmbH ist.
    • Hallo FreightExchange,

      ich schliesse mich erst mal allen Aussagen von den Vorrednern an.
      Weiterhin sehe ich in seine Gedankengang eindeutig Wettbewerbsverbot. Der Disponent hat im Sinne seines AG zu handeln. Kommen Anfragen auf ihn zu, auch die, die noch nicht im Kundenstamm seines AG sind, hat er diesen als Kunden seines AG zu behandeln. Ist eine heikle Sache, was man da vor hat. Wenn mein Disponent dies durchzieht, würde er fristlos fliegen, und das mit Konsequenzen.
      Gruss
      Benno Czechowski

      Kreuzstrasse 14 - - 42277 Wuppertal

      Die City mit den Bahnen, die oben die Räder haben
    • Ich schließe mich fbl an. Ob es allerdings ein Wettbewerbsverbot ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings ist es ein Interessenkonflikt, den sich sein Chef sicher nicht bieten lassen wird. Sollte es heraus kommen, muss er damit rechnen seinen Angestelltenvertrag zu verlieren.

      Die Lohnsteuer die fällig wird nennt sich bei Selbstständigkeit Einkommensteuer und da es sich bei ihm um einen Doppeleinkommen (Angestelltenverhältnis + Selbstständigkeit) handelt, sind die von Top genannten 50% realitisch.

      Der ganze Aufriss mit einer Selbstständigkeit lohnt sich für nur einen Auftraggeber nicht. Was wenn dieser dann einen Rückzieher macht. Abgesehen davon ist sehr merkwürdig das der protugiesiche Auftraggeber dafür extra jemanden haben möchte, der noch gar kein Gewerbe ausübt.

      In diesem Fall würde ich sagen das dass alte Sprichwort "Schuster bleib bei deinen Leisten" auf jeden Fall besser wäre.
      FreightExchange sollte seinem Boss sagen das er einen neuen Kunden hat und mit ihm einen Bonus in Form einer Provision für die Aufträge aushandeln. Wenn der Boss das nicht will, sollte er das Ganze vergessen und seinem Boss den Kunden halt nicht geben.

      Michaelsen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Michaelsen ()

    • Original von FreightExchange
      Naja so einfach ist das nicht. Hier bei der Gemeinde kann man kein Gewerbe anmelden dafür ist die zu klein.

      Wenn die Gemeinde zu klein ist und keine eigene Verwaltung hat (in manchen Bundesländern, z. B. RP, gibt es das, in anderen , z. B. NRW, nicht), gehört sie zu einer sog. Verbandsgemeinde, die das dann macht. Du hast dich doch sicher mal irgendwo angemeldet oder einen Ausweis beantragt. Genau da wird auch Gewerbe angemeldet. Und wenn die das auch nicht machen geht's halt zur nächsthöheren Instanz (Landratsamt/Kreisverwaltung).
      In Deutschland gibt es für alles irgendein zuständiges Amt, manchmal muß man halt suchen. :D
      Kühltaxi Kühlkurierdienst, Tel./Fax: 02484/919170
      E-Mail: [EMAIL]kuehltaxi@aol.com[/EMAIL],

      Das Bild ist nicht wegen dem Motor sondern nur wegen den Ladeluftkühlern.... 8)
    • Ich noch mal. :)

      Abgesehen davon, das es jedem freigestellt bleibt, einen festen Job zu haben und nebenbei etwas aufzubauen. Ist eine Sache, um zu testen ob sich die Selbständigkeit lohnt und um zu sehen ob es einem überhaupt liegt. Find ich ja ok. Ich meine nur, das man doch schon gewisse Vorkenntnisse haben sollte. Wenn einer schon den Unterschied von Umsatzsteuer und Lohn- bzw. Einkommensteuer nicht weiss, dann gute Nacht. Auch der letzte Satz aus dem ersten Eintrag stösst mir ein bischen auf. Zeugt nicht gerade von Fairness und Loyalität.
      Gruss
      Benno Czechowski

      Kreuzstrasse 14 - - 42277 Wuppertal

      Die City mit den Bahnen, die oben die Räder haben
    • Ich schliesse mich fbl und Michaelsen an. Wettbewerbsverbot ! Auch wenn das Anliegen an mich privat/persönlich gerichtet wurde.
      Von mir würdest du auch eine fristlose Küpndigung bekommen.

      Und was fairniss und Loyalität angeht kann ich da nicht viel finden. Klar ist es traurig das man für einen geworbenen kunden nichtmals Lohn und Anerkennung bekommt aber dann muss ich mir nen neuen Job suchen oder es zähneknischend hinnehmen.
      Ein zweites Standbein aufbauen nebenbei kein problem, dann aber bitte Branchenfremd !