Was kostet ein Palettenversand in der LKW Logistik? Oder wie wird dies berechnet? Strecke Bayern - NRW (Beispiel)

    • Was kostet ein Palettenversand in der LKW Logistik? Oder wie wird dies berechnet? Strecke Bayern - NRW (Beispiel)

      Hallo

      ich bin leider Laie auf dem Gebiet der LKW Logistik und hätte dazu ein paar Fragen.

      Es geht um eine bzw mehrere circa 120kG schwere Boxen, die dass Maß einer Palette haben auf Rollen. Die Höhe ist 1150 mm.

      Das Werk, wo die Box beladen wird, steht in Bayern. Das Unternehmen müsste die Box dort abholen und nach NRW befördern bzw nach ganz Deutschland (unterschiedliche Einsazgebiete). Der Fahrer sollte die vor Ort befindliche leere Box vor Ort gegen die volle tauschen und wieder nach Bayern ins Werk bringen.

      Zusatz / EDIT: Die Boxen enthalten übringes Tiefkühlgut, jedoch Stromlos mit Eutektik gekühlt, die ungefähr 30 Stunden halten.
      Schafft dass die heutige Logistik innerhalb der 30 Stunden?

      Wie funktioniert sowass, vorallem, wenn man mehrere Boxen "versenden" will zu unterschiedlichen Standorten?

      Rechnet sich dass nach Killometer, Platz im LKW, Gewicht oder wie berechnet sich der Preis? Nach Zeit und Aufwand? Rahmenverträge?

      Ich steh da leider völlig auf dem Schlauch.

      Vielleicht kann mir Jemand ein Einblick geben oder Formeln.

      Grüße

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tekwando ()

    • Hallo,

      das ist grundsätzlich recht einfach machbar. Sowas kann jede größere Spedition, die ein funktionierendes Stückgut-Netzwerk hat. Also z.B. Dachser, Schenker, IDS, Raben, Cargo-Line oder wie sie alle heißen.-..
      Der kleine Fuhrunternehmer oder Kurierdienst vom Nachbarort wird das nicht sinnvoll hinbekommen.

      Den Ablauf kannst Du Dir in etwa so vorstellen:

      Versandort ist beispielsweise Fürth. Dann kommt tagsüber ein Nahverkehrs-LKW, holt sämtliche gefüllten Boxen ab und bringt sie nach Nürnberg in die nächste Niederlassung der Spedition.
      Nachts haben die sternförmige Linien-Verkehre zwischen allen Niederlassungen. D.h. die Boxen, die z.B. in die PLZ-Bereiche 30/31/32/38/39 gehen, fahren nachts mit einem LKW von Nürnberg nach Hannover in die dortige Niederlassung. Werden dort sortiert und gehen morgens gegen 08:00h mit den jeweiligen Nahverkehrs-LKW auf die Reise zu den Kunden in der Region. Irgendwann im Laufe des Tages werden die zugestellt.

      Von Nordbayern aus ist eigentlich jeder Fleck in D innerhalb 24 Stunden erreichbar. Vom Schwarzwald nach MeckPomm kann es aber auch 2 Tage dauern.
      Evtl. solltest Du noch gegen Aufpreis eine Zustellung von 12:00h mittags buchen.

      Preislich macht es kaum einen Unterschied, ob die Ware von Nürnberg nach Frankfurt oder nach Hamburg geht. Das teuerste im Stückgut ist das Einsammeln und Verteilen. Der sog. "Hauptlauf" fällt nicht so sehr ins Gewicht.

      Abgerechnet wird nach Gewicht und Volumen bzw dem benötigten Platz auf dem LKW ("Lademeter"). Manchmal kann auch ein Zuschlag fällig werden, wenn die Paletten kein Standardmass von 80 x 120 cm haben.
      Da lohnt es sich, mal bei mehreren Stückgutbuden Preise einzuholen und zu sehen, mit welchem System man am besten klarkommt.

      Was ich jedoch problematisch sehe, ist das direkte tauschen der Boxen voll gegen leer. Es ist zwar theoretisch möglich, dass der ausliefernde Fahrer gleich einen Abholauftrag für die leere Kiste hat, aber das klappt in der Praxis meist nicht. Einfacher ist es, die leeren Boxen separat abzuholen oder evt. sogar beim Kunden erst ein paar Boxen zu sammeln und dann im ganzen abzuholen. Denk bitte dran, dass die Rückführung der leeren Kisten genausoviel kostet wie der Versand der vollen !!
    • Franz_Meersdonk schrieb:

      Hallo,

      Was ich jedoch problematisch sehe, ist das direkte tauschen der Boxen voll gegen leer. Es ist zwar theoretisch möglich, dass der ausliefernde Fahrer gleich einen Abholauftrag für die leere Kiste hat, aber das klappt in der Praxis meist nicht. Einfacher ist es, die leeren Boxen separat abzuholen oder evt. sogar beim Kunden erst ein paar Boxen zu sammeln und dann im ganzen abzuholen. Denk bitte dran, dass die Rückführung der leeren Kisten genausoviel kostet wie der Versand der vollen !!

      Hallo

      Danke Franz für die ausführliche Antwort und den Einblick, in die Logistik.

      Das Problem ist mir auch schon in den Sinn gekommen mit dem Boxen Tausch und die daraus enstehenden doppelten Kosten.

      Aber im Prinzip, würde es sich für uns immer noch lohnen, weil wir dann zum Beispiel keine Lagerkosten hätten sondern nur ein Standort. Dann käme noch bei Lagerorten in der ganzen Bundesrepublik jeweils mindest 1 Mitarbeiter/Lagerist dazu und Kühllager, Kühltechnik, Strom usw..

      Da ist es nach einer vorläufigen groben Berechnung schon günstiger doppelte Kosten beim Transport zu verursachen. Vorallem, weil man die Kosten auf die dort in der Box enthaltenden Produkte umschlagen kann, dann ist man im Cent Bereich.

      Wir planen mit den 20 größten Städten derzeit. Das bedeutet, dass jede Stadt und dortiges Fahrzeug pro Woche durchschnittlich 5,2 Boxen erhält. Das wären dann um die 100 Boxen in der Woche. Durch 6 Tage, wenn man die Boxen auf die Wochentage verteilt, sind wir bei 16 Boxen am Tag. Vielleicht lohnen sich hier ja schon eigene LKW mit einer ausgewogenen Tourplanung. Aber das müsste man noch mal genauer anschauen. Aber vorerst wirds wohl auch eine größere Spedtion ordenlich hinbekommen, die Boxen zu liefern und alte wieder mitzunehmen, hoffe ich mal.


      @Kipper-Spedition
      Nein, dass Auto ist noch nicht bestellt, es ändern sich fast täglich noch einige Anforderungen und Dinge, aber das Thema ist sehr komplex. Da spielen vorallem EU Richtlinien ein große Rolle. Also viel Papierkram und Arbeit, die meist sinnlos erscheint. Aber die EU will es so... :)


      Was sagt ihr denn dazu, dass diese auf Rollen sind?
    • Ahnungslos 3.0 schrieb:

      Hallo,
      die Beschreibung, passiv gekühlt, Behältertausch usw. klingt nicht, als ob die Sendungen 100% kompatibel für die normalen Stückgut-Netzwerke sind.
      Falls es sich im weiteren Sinn um Pharma, med.Güter, High Tech o.ä. handelt würde ich auch Trans-o-flex anfragen, die auf diese Branchen spezialisiert sind.
      Danke dafür.

      Es sind keine Pharma oder Ähnlichs, oder ADR Güter. Es ist ziemlich unspektakulär was in den Boxen ist :)

      Aus meinem Laiendenken, hätte ich eher gedacht, dass die Rollen ein Problem sind. Das Passivgekühlte bekommt der Spediteuer nicht zu sehen und die Box hat ja normale EU Pal Maße.