Panalpina oder ein Schwank in 7 Akten...

    • Panalpina oder ein Schwank in 7 Akten...

      Akt 1:
      Der LKW erreicht morgens um 8 Uhr mit 39 BigBags den Kunden im (tiefen?) Hessen. Die Anmeldung beim Fahrer des Staplers erfolgt schnell und ohne Probleme.
      Akt 2:
      Der Staplerfahrer schickt den Kraftfahrer zum Wareneingang. Dort wird duch eine gute Kommunikation festgestellt das der Kunde keine Rampe besitzt, die Ware aber auf einem Kühler verladen und gestapelt ist. Je zwei BigBags über und nebeneinader und über die unteren zwei BigBags wurde eine dicke Holzplatte gelegt damit die oberen BigBags nicht die unteren zerstören.
      Akt 3:
      Ratlosigkeit setzt ein. Wie soll man die Ware denn annehmen wenn man gar keine Möglichkeit hat sie zu entladen? Fahrer informiert Chef aber der ist wie fast immer noch hilfloser. Ja dann muß er wohl mal mit dem Spediteur in Norwegen reden und mal sehen. Aber man solle bitte unbedingt daran denken das man heute noch bei Kassel laden müsse (ist nur auf der anderen Seite dieses netten Bundeslandes) und man ist ja nur die ganze Nacht unterwegs gewesen...
      Akt 4: Die Zeit vergeht. Der Spediteur hat vermutlich Blähungen und der Chef ist irgendwo in Spanien unterwegs. Ist ja egal wenn einem die Zeit langsam ausgeht...Fahrer zeigt Initiative und befragt anwesende Kollegen. In Mörfelden wäre ein Spediteur mit Lager und Rampen. Man telefoniert....Ja, fahrt mal die knappen 50 km dorthin, das geht wohl. Fahrer (Doppelbesatzung) freuen sich, geht es sich doch noch aus?
      Akt 5:
      Noch 500 Meter bis zur Kurhessenstraße 12 in 64546 Mörfelden-Walldorf als das Telefon klingelt. Chef ist dran, er hört sich bedrückt an (Bedrückter als eine Doppelbesatzung die seit über 24 Std wach ist und langsam die Schnauze voll hat?). "Ja, die haben heute keine Zeit für Euch! Einfach zuviel Arbeit....!" "Egal, wir sehen den Hof! Das will ich selber hören!" Drehen wäre auch nicht mehr möglich gewesen zu diesem Zeitpunkt!
      Akt 6: Die beiden wackeren Kämpen parken auf dem Hof der Spedition und begeben sich zur Anmeldung. Dort wünschen sie den Herrn Al**so(ein spanischer Formel 1 Rennfahrer aus Oviedo trägt auch diesen Namen) zu sprechen (mit dem hatte man direkt kommuniziert). Der bittet um drei Minuten Geduld um nach weiteren zwei Minuten, mittels der Dame am Empfang, mitzuteilen das er keine Zeit habe und die Fahrer doch bitte im LKW auf den Anruf ihres Chefs warten sollen...Auf dem Weg zu ihrem Gefährt bemerken die zwei Kämpen das nun genau zwei (2!!!!!) LKW´s an den Rampen stehen! Auch im weitern Umfeld sind keine anderen LKW´s zu sichten....
      Nach weiteren Telefonaten und der Drohung den Hobel in FFM stehen zu lassen (Doppelbesatzung nur weil der Vater des einen Fahrers verstorben war und man "eben" nur die Tour fahren wollte), wurde eine neue Adresse gesucht und gefunden!
      Akt 7: Etwas später wird der LKW bei der Firma Maintrans in Alzenau/Ufr. ohne Probleme entladen und unsere zwei wackeren Fahrer konnten doch noch am selben Tag die dringende Ladung aufnehmen!
      Als ich in der Lehre war gab es einen Spruch:
      Panalpina, eine Sendung= 5 Reklamationen! Hat sich wohl nicht wirklich viel dran geändert :thumbdown: Wenn ihr keine Lust habt Geld zu verdienen sagt es doch einfach! :cursing: Aber einen LKW die knappen 100 KM Umweg fahren lassen (plus die Zeit!) ist nun wirklich nicht der feine englische Stil
      Danke an die Firma Maintrans für die nette und schnelle Hilfe!
      Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.
      -Wilhelm Busch-

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    • naja, passiert eben sowas...

      Wer ist denn dann für die Zusatzkosten aufgekommen?

      Das Problem ist hier aber wohl weniger bei Panalpina oder dem Spedi zu suchen, sondern vermutlich eher in der nicht vorhandenen Kommunikation zwischen Lieferant und Kunde. Wenn ich Big Bags stapeln will, geht das halt nur im Koffertrailer und nicht im Tautliner. Aber da müsste man halt mal vorher miteinander reden, wie sollen wir laden und wie könnt / wollt Ihr ausladen.
    • Da haben wir mal wieder die 4 häufigsten Worte in der Branche...

      Was sagt irgendwer immer dann, wenn was schief gelaufen ist?

      "Ich habe aber gedacht..." :wacko:

      Wenn jeder alle Infos weitergeben würde, ging alles viel leichter.

      Mir bzw einem meiner Fahrer ist vor einigen Jahren mal was ähnliches passiert.

      Wir haben in D irgendwelche hohlen Kunststoffteile lose in Big Bags geladen. Jeder Big Bag war an die 250 cm hoch und die haben die ohne Paletten drunter auf nen Tautliner geladen. Stapler mit Ballenklammer, das Ding gepackt und von der Seite drauf gestellt. Karre voll, Plane zu und ab nach Italien.

      Der Empfänger hat dann auch gemeint, die wollen ihn verarschen. Der hatte leider nur nen normalen Stapler mit Gabeln. Aber unten waren ja keine Paletten drunter und nach oben war nicht genügend Luft, um die Schlaufen auf die Gabeln zu hängen und anzuheben.

      Da kam der göttliche Österreicher aus Kufstein ganz schön ins Rotieren, bis denen was eingefallen ist. Doppelt blöd, wenn man bei einer neutralen Ladung auch die wichtigen Infos mit neutralisiert :D :D