Differenzen bei Luftfrachtkosten - wie kommen sie zustande?

    • Differenzen bei Luftfrachtkosten - wie kommen sie zustande?

      Ich benötige ein paar Geräte in Neuseeland - und habe dementsprechend versucht, per Internet Angebote zu erhalten.

      Aktuell erhalte ich vom Lieferanten in Deutschland ein Angebot über 1650 EUR DAP. Der Online UPS Rechner bietet mir Preise ab 1200 EUR an - und der Schenker Online Kalkulator startet bei 650 EUR (CPT).

      Insgesamt scheint mir das ein wenig unübersichtlich. Wie finde ich heraus, welcher Preis angemessen ist und alle relevanten Kosten enthält?

      Danke im Voraus für die Antwort!
    • Die Preise der sogenannten "Integrators" wie UPS sind Haus - Haus einschliesslich Einfuhrzollabfertigung, Handling und Frei-Haus-Zustellung im Bestimmungsland. Diese Kosten bilden in vielen Fällen den grössten Anteil bei einer Haus-Haus Kalkulation.
      Auf den CPT Preis bis Airport im Empfangsland müssen diese Kosten noch zusätzlich angefragt werden, um einen vergleichbaren Preis zu haben.
      Die Kosten im Bestimmungsland werden aber i.d.R. von den Online-Kalkulationstools der grossen Spediteure nicht angezeigt, da sie von zu vielen Faktoren abhängen und kaum pauschal anhand grober Sendungdaten berechnet werden können.
      Wenn Du in NZ lebst, ist der sinnvolle Weg, dort bei einem Spediteur einen Preis ab FOB deutscher Abgangs-Flughafen oder FCA Verladeort anzufragen. Die "üblichen Verdächtigen" , sprich die Global Player der Branche mit Wurzeln in DE haben auch dort ihre eigene Landesorganisation.
      Bei einem Vergleich zwischen Standard-Luftfracht via Spediton und Versand per Integrator sollte man berücksichtigen, dass die Integrators "formal" ein Expressprodukt anbieten, während die Speditionspreise i.d.R. auf 1-2 wöchentlichen Sammelverladungen ("Consolidations") basieren.
    • Hallo zusammen,

      super, vielen Dank für die Antwort! Ja, leider muss es Luftfracht sein. Ich war ursprünglich früh genug, aber die Angebotserstellung hat 8 Wochen gedauert - und jetzt ist es etwas zu spät für Seefracht.

      Ich verstehe es jetzt etwas besser: Bei manchen Versendern geht es von Tür zu Tür, andere bieten Lieferung zum Flughafen an. Habe mich dementsprechend für einen Tür-zu-Tür Anbieter entschieden. Für den Anfang scheint mir das doch wesentlich einfacher zu sein, insbesondere bei einer Einzelsendung.

      Ich habe jetzt auch endlich eine Spedition gefunden, bei der der Preis hier in NZ nicht viermal so hoch ist wie der bei der deutschen Stammorganisation angefragte Preis.

      Für zukünftige Sendungen bliebe noch die Frage, ob ich auf Dauer mit den reinen Luftfrachtpreisen sparen könnte. Gehe ich richtig in der Annahme, dass ein "zum Flughafen" Preis noch so einige Gebühren dazukommen, bevor ich meine Sendung in Empfang nehmen kann? Ich werde die Kiste wohl kaum selbst aus dem Flugzeug holen und zum Zoll schieben können... aber eine Abholung am Flughafen wäre bei nur 20 Minuten Fahrzeit durchaus möglich. Ist so etwas machbar?

      Danke nochmal!
    • @oink
      Ich weiß nicht, was du für ein Business in NZ betreibst - aber man sollte sich vielleicht vorher ein wenig über die Gepflogenheiten des Transportwesens informieren, wenn man aus anderen Ländern importieren will bzw. in andere Länder exportieren will. Irgendwie kommen mir die ganzen Threads vor, als wenn ein Azubi nicht weiß, wie er die Angelegenheit richtig 'wuppen' soll.

      Ich will dir folgende Ratschläge geben:
      Schau dir an, wie dt. Importeure bei ihren Importen z.B. ex Asien nach D verfahren. Z.B. welche Frankaturen und Verkehrsträger werden dort gewählt.
      Ob du das dann 1:1 für Neuseeland umsetzen kannst, weiß ich nicht. Gibt es in Neuseeland keine IHK wie in D, die dir helfen kann?

      Jedes Land hat seine eigenen Regeln für Im- und Export - und diese kennen nun mal die einheimischen (Global)Players am besten. Da macht es wenig Sinn, hier in D zu fragen. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass du in den Dimensionen von z.B. 'My Hammer' denkst. Alles noch billiger und die Spedis ziehen die Kunden eh immer nur über den Tisch.
      Ein seriöser Spedi im Ausland kann und wird gutes Geld für seine Dienstleistung fordern mit der Tendenz nach oben. NZ ist außer im asiatischen Raum keine 'Rennstrecke' für andere Relationen - also wird es ein wenig teurer.
      Zusatzkosten fallen immer an - deswegen einen kompl. Preis anfordern und nicht nur eine reine Frachtrate ohne Zollabfertigung etc.
      Spediteure, die den Kunden nicht kennen, werden bei höheren Beträgen (z.B. EUSt.) bei den Gebühren ordentlich zulangen und Sicherheiten einfordern.

      Wer nicht richtig kalkuliert, ist schnell wieder draußen aus dem Im- und Exportmarkt.

      Im übrigen habe ich noch keine Vorstellung von dir in diesem Forum gefunden.
      Mann kann ein Auto nicht wie ein menschliches Wesen behandeln - ein Auto
      braucht Liebe. Zitat: Walter Röhrl
    • oink schrieb:

      aber eine Abholung am Flughafen wäre bei nur 20 Minuten Fahrzeit durchaus möglich. Ist so etwas machbar?

      colonia40 schrieb:

      warum sollte es nicht möglich sein das Du die Kiste selber abholst?

      Dem "Flughafen" ist es vermutlich egal wer die Kiste abholt
      Ich kenne die Situation in Neuseeland nicht, aber:
      Für die Cargohandling-Firmen am Airport ist es schon ein Unterschied, ob ein Aircargo Trucker mit einem routinierten Fahrer, der die Abläufe kennt, i.d.R. mehrere Sendungen gleichzeitig abholt oder ob der "Erstimporteur", der noch ein paar Euro sparen will und seine Zeit nicht kalkuliert, wegen einer einzelnen Sendung auftaucht: "Ich kenn mich nicht aus, wohin muss ich jetzt genau, wie läuft das ....."
      Als Spediteur würde ich für solche Kunden eine "Selbstabholgebühr" in ähnlicher Höhe wie die Zustellfracht kalkulieren :D
    • Die ersten beiden Antworten waren einfach super - und haben mir bei der Auswahl eines Lieferanten geholfen. Die Antwort von Colonia40 finde ich großartig - ich probiere das demnächst einfach mal mit einer unwichtigen Sendung aus, was der Flughafen da so sagt. Ich berichte dann hier, für den nächsten ... "Azubi" oder "Anfänger", der auch eine Kiste verschicken will.
      Bei der Personenabfertigung ist ziemlich klar was wann passiert. Bei Frachtabfertigung - mir zumindest - nicht. Ich bin noch nie per Kiste gereist. Grundsätzlich muss es ja bei Luftfracht, genau wie beim Personentransport, eine internationale Standard Prozedur geben - mit nationalen und lokalen Abwandlungen. Wir haben hier beispielsweise noch die "Biosecurity Inspection" bei Ankunft, für Personen wie für Fracht.

      hurgler's Kommentar ist in Teilen sehr hilfreich: Zwar sind Dinge wie IHK hier weit weniger institutionalisiert als in Deutschland; dennoch kann ich mich nach ähnlichen Angeboten umsehen. Selbst der Zoll bietet hier freundliche Hilfestellung an - ich frage mal nach. Auch der Hinweis auf Zahlungskonditionen / Kreditlinie ist gut, wobei ich eigentlich im Voraus zahlen wollte, inklusive Sicherheitsleistung. Vielleicht sollte ich das betonen.

      Was ich mit anderen Ratschlägen oder Meinungen in der Antwort anfangen soll, ist mir nicht ganz klar.

      aber man sollte sich vielleicht vorher ein wenig über die Gepflogenheiten des Transportwesens informieren,


      Mache ich. Im Internet. Ich bin gegenüber anderen Vorschlägen sehr offen! Wie kann ich mich am besten informieren?

      Irgendwie habe ich den Eindruck, dass du in den Dimensionen von z.B. '[keine Schleichwerbung]' denkst.

      Sorry - kann ich nichts mit anfangen. Ich gehe davon aus, dass, wer eine Leistung anbietet, diese mit Gewinn durchkalkuliert hat. Es fällt mir schwer zu glauben, dass DHL, UPS, K+N oder Schenker zu günstig anbieten. Ich kann mir aussuchen, ob ich meine Marmelade selber mache oder im Supermarkt kaufe. Ich kann mir aussuchen, ob ich mein Haus selber baue (bzw. das, was davon in Eigenregie erlaubt ist) oder schlüsselfertig kaufe. Ist das nicht genauso auch beim Import? Entweder ich investiere Zeit ins Selbermachen, oder ich gönne mir den Luxus und beauftrage jemanden für die Dinge, die ich nicht machen kann oder will. Allerdings kann ich meinen Dienstleister besser beauftragen und managen, wenn ich weiss, was er macht. Ich sehe keine Parallele zu Unterbietungsplattformen.

      Wenn jedoch Abholung in DE + Flug zusammen 650 EUR kosten und der lokale Spediteur mir stolz ein Angebot von 1800 EUR frei Haus präsentiert, muss ich doch einschätzen können, warum (oder warum nicht) 1150 EUR für das Abholen vom Flughafen gerechtfertigt sind. Gehe ich gut vorbereitet - beispielsweise mit Hilfe von Foren - in so ein Gespräch, kommt schnell ein gutes Ergebnis für beide Seiten heraus. - Oder ich lade eben meine Apfelsinenkiste selbst aus dem Airbus ;)