Bewertung Kraftstoffverbrauch

    • Hallo zusammen,
      nachdem der Thread von der eher technischen Seite „Kraftstoffverbrauch“ bei der allgemeinen BWL angelangt ist, gebe ich gerne auch meinen Senf dazu ab.

      Meine Perspektive ist die eines reinen Spediteurs ohne eigenen Fuhrpark, der mit einer Reihe von Frachtführern bzw. Speditionen mit Selbsteintritt unterschiedlicher Betriebs- und Fuhrparkgröße zusammenarbeitet und dadurch täglich einen Eindruck davon bekommt, wie verschieden diese in Disposition und Fuhrparkmanagement aufgestellt sind.
      Entscheidend für die Profitabilität ist meiner Meinung nicht die pure Größe, sondern die optimale Betriebsgröße
      .
      Gut laufende Betriebe haben häufig eine Größe von 10-15 LKW’s, 1 Disponent (oft noch Chef selbst) der den Laden im Griff hat plus für’s Administrative eine Angestellte (die nicht selten in Personalunion die Gattin vom Chef ist;-). Wenn der jetzt anfängt den Fuhrpark auszubauen und er braucht einen zweiten Disponenten etc. dann hat er die erwähnten „sprungfixen Kosten“, muß eventuell um Fuhrpark und Overhead auszulasten Geschäft annehmen, was er sonst nicht annehmen würde und ob der „Zweitdisponent“ dann genauso profitabel disponiert wie „Chef“ oder Altdisponent ist zweifelhaft.

      Kritisch sehe ich oft die Mittelgroßen mit einem Fuhrpark von +/- 50 Fahrzeugen , mehreren Disponenten und ein paar Leute in der Verwaltung: Da habe ich bei dem einen oder anderen den Eindruck, in der Dispo weiß die linke Hand nicht oft nicht wirklich was die rechte tut und der Fuhrpark wird zwar „beschäftigt“, aber ich frage mich ob da was verdient ist. Da frisst die Ineffizienz vom großen Apparat eventuelle „Skaleneffekte“ auf.

      Richtig „Skaleneffekte“ sehe ich dann bei Großfrächtern mit mehreren 100 LKW’s, die auf Standardgeschäft setzen: Da bringt Einkaufmacht, durchorganisierte Prozesse, IT etc. dann wirklich was….

      Ein bisschen „off topic“ abseits vom Kraftstoffverbrauch, aber die Diskussion im Thread ist mittlerweile ja wie üblich ein bisschen vom Kernthema weg ;)
      Es gibt keine "politische Antwort" auf den Hass.
      Nur Unerschütterlichkeit, Vernunft und Menschlichkeit.
      Und Zusammenhalt für die Freiheit.

      Jan Böhmermann auf Twitter, 20. Dezember 2016
    • Excelfan schrieb:



      Aber irgendwo müssen die Skalierungseffekte herkommen.
      Sonst könnten ja große Speditionen nicht besser dastehen als kleine TUs.
      Servus,

      also wie immer hier :D 8o , nach ein paar Antworten gleiten die Themen ins OT ab.
      Mittlerweile sind in dem Thread so viele Nebenschauplätze angeschnitten, dass man nicht weiß worauf man als erstes eingehen soll.
      Wie so ein wuchernder Baum mit immer neu zusätzlichen treibenden Ästen. Welchen kürzt man zu erst ein?


      Einzeln betrachtet bleibt es dabei, jedes Fahrzeug und jede Sendung haben den gleichen Arbeitssaufwand, egal wie groß das Unternehmen ist.
      Bei größeren Firmen kann man aber (hat der Ahnungslose bereits angerissen) durch bessere Einkaufspreise sparen, sei es Kraftstoff, Ersatzteile, Reifen oder auch nur Druckerpapier oder andere Arbeitsmittel.
      Selbst Kosten für Ausbildung, Schulungen etc. sinken.

      IT ist ab einer bestimmten Größe auch unabdingbar. Wird benötigt für strukturelle Abläufe, für Transparenz und auch für Controlling.
      Sobald man größere Kunden gewinnen will geht ohne IT auch nichts mehr. Aber auch dies kostet alles.

      Die Großen stehen deshalb besser da, weil sie an sämtliche Nebenarbeiten ihr Geld verdienen (wurde auch bereits angesprochen) und durch Masse enorme Synergieeffekte erreichen. Diese binden mit ihren Rundumsorglospaketen natürlich auch die Kunden fest an sich.
      Wenn dann noch halbwegs vernünftige Verkaufsstrukturen für die eigenen Dienstleistungen vorhanden sind sind die Geschäfte fast schon Selbstläufer. Bis dahin geht man aber einen sehr steinigen Weg und zwar immer wieder hoch und runter.


      Womit wir nun den Kreis wieder schließen ...
      Warum bietet ein Kleiner wesentlich niedriger an und steht sich deshalb später für eigenes Wachstum im Weg?
      Viele kommen gar nicht erst in die Höhen wo sie sich eine zukunftsorientierte IT etc. leisten könnten.

      Stetiges normales Wachstum muss angestrebt werden. Nichtstun oder pushen geht immer schief.



      Vermutlich könnten wir zu den letzten 30x Beiträgen für jeden einzelnen Satz jeweils zig Seiten füllen.
      Für ein Forum wie dieses sollte bzw. muss die doch sehr vereinfachte Darstellung reichen.
      Das Thema ist uferlos, und macht hier, wo sich User bereits wegen unterschiedlicher Handy oder LKW Marken in die Haare bekommen, wenig Sinn vertiefter zu diskutieren.




      schöne Restwoche wünsche ich :)
      .




      Der Geruchskoeffizient gewisser finanzieller Mittel ist permanent gleich null!

      Alle meine Beiträge geben meine persönliche Meinung und Erfahrung wieder. Annahme von Ratschlägen oder Nachahmungen auf eigenes Risiko.
    • Um mal das Thema IT ein bischen auszubauen:

      Sicherlich braucht man eine stabile IT in der Firma, diese besteht aber zu nur zu 50% aus dem Personal - die anderen 50% sind die Software. Meistens brauch es zum Bedienen dieser Software auch keinen Professor in Informationstechnik, sondern einfach jemanden der Zeit hat sich da reinzufuchsen. Im Idealfall kann das sogar ein noch sehr junger Bursche sein. IT ist kein Teufelswerk, es ist nur wichtig das Ganz von Anfang an gut zu koordinieren. Mein Tipp: Zur Auswahl der richtigen Software und zur Einrichtung unbedingt Profis engagieren. Fürs Tagesgeschäft hingegegen genügt meist ein technikbegeisterter Geselle, der eingearbeitet wird. Das dürfte für nen "kleinen" Betrieb zunächst genügen. Wer kann sich als junges Unternehemn schon IT-Support für 150€ die Stunde leisten? Kritik willkommen :saint:
    • Borstel, auch wenn Du schreibst, dass es wenig Sinn hat, das Thema hier vertieft zu diskutieren - ich fand/finde die Diskussion sehr interessant.

      Dass sich in einem Forum Zweige des Hauptthemas bilden und Unterzweige, das ist doch normal.
      Niemand erwartet hier ja, dass man am Ende den Stein der Weisen findet.

      Auch dass wir von den Spritpreisen auf allgemeine Kostenbetrachtungen gekommen sind, halte ich nicht für falsch. Beides gehört ja zusammen.

      Wenn's recht ich, werde ich dazu doch mal ein anderes, neues Thema aufmachen.
      Oder ist alles schon gesagt?

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      Zurück zu "Bewertung Kraftstoffverbrauch":
      Ich diskutiere das Thema ja auch anderweitig. Auf meine provokativ gestellte Frage "Wieso wollen Sie eigentlich die Erfassung des Kraftstoffverbrauchs haben? Sie haben doch die Abrechnung der Tankkartenanbieter." habe ich sinngemäß (mehrmals) zur Antwort bekommen:
      • Tankkarten sind von verschiedenen Anbietern, dadurch ist keine unmittelbare Vergleichbarkeit gegeben, man braucht den Zwischenschritt der direkten Gegenüberstellung
      • Die Kraftstoffkosten sollen in die Gesamtkostenbetrachtung für jedes Fzg. einfließen, wo aauch Kosten sind, die nicht von der Leasing- oder Tankkarte abgebildet werden
      • Ein Teil der Fahrzeuge (Transporter) läuft in einem Pilotprojekt mit Erdgas, ein anderer Teil (PKWs) mit Strom - man möchte auch diese Fahrzeuge in den permanenten Vergleich mit einbeziehen.
      Ich will das erstmal nicht bewerten. Scheinen mir aber nachvollziehbare Argurmente zu sein.

      Wie schon mehrmals gesagt, habe ich keine Ahnung von Telematik.
      Deshalb die Frage: Wie ist das mit der Telematik? Kann ich da den Spritverbrauch "automatisch" in eine Datenbank einfließen lassen, so dass ich nicht nur den Momentanverbrauch sehe, sondern Gesamtverbrauch und -kosten pro Tag, Monat, Jahr, Tkm usw.?

      @Personaler:
      Der "Professor in Informationstechnik" ist gut. :D Ansonsten sehe ich das ähnlich wie Du, wobei ich allerdings nicht der Meinung bin, dass man für die Auswahl der richtigen Software und zur Einrichtung unbedingt Profis engagieren sollte.
      Meiner Meinung nach sollte derjenige die Software auswählen, der später damit arbeiten möchte (möchte, nicht soll!). Denn der weiß am besten, was er will und kann am besten einschätzen, ob die Software das bringt, was er haben will und was er braucht.
      Die IT-Profis leben in ihrer eigenen Welt. Diese ist nicht immer kompatibel zur Welt der Anwender. 8o
      Was für den sog. "Profi" eine klare Sache ist, muss für den Anwender nicht genauso klar sein.
      Das wichtigste Kriterium für die Auswahl der Software heißt für mich "sich Zeit nehmen" für ausgiebige Tests, für Demo-Versionen usw.
      Aber das ist noch ein anderes Thema.
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      www.online-fuhrparkverwaltung.de

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