Abschreibung

    • Leute, ich bin gerade echt erschüttert.

      Bei uns gibt es seit ein paar Tagen eine erweiterte Kostenanalyse.
      Damit werden permanent die realen Kosten jedes Fahrzeugs berechnet.
      Also
      Abschreibungskosten oder Leasingkosten
      + Kosten für Wartung, Instandsetzung, Reifenwechsel und gesetzliche Prüfungen
      + Kosten für Kraftstoff
      = Gesamtkosten in € und zusätzlich Gesamtkosten in €/100 km.

      Ist noch nicht perfekt, u. a. Kfz-Steuer und Versicherung fehlt noch, aber das nur am Rande.

      Die Abschreibungskosten werden automatisch berechnet aus dem Datum des Kaufs, dem Kaufpreis und der Nutzungsdauer (bzw. Restnutzungsdauer bei Fahrzeugen, die gebraucht gekauft wurden).


      Und jetzt ... jetzt kriegt unser Support E-Mails mit dem Inhalt (verfremdet, aber sinngemäß):

      • was soll man bei Nutzungsdauer eintragen????!!!!
      • wir haben das Fahrzeug xxx voriges Jahr im Juni gekauft, [b]seit dem Kauf sind also 1,33 Jahre vergangen - aber man kann bei Nutzungsdauer nur ganze Jahre eintragen - Fehler im Programm?[/b]
      • unser VW Multivan kostet angeblich 239,23 €/100 km - das kann doch nie und nimmer stimmen (doch, kann es, wenn ich eine monatliche Leasingrate von über 650 € bezahle und in 6 Monaten nur ca. 1.500 km fahre)
      Leute, kann es sein, dass Fuhrparkverwalter, die 65 Fahrzeuge im Fuhrpark haben, nicht wissen, was die Nutzungsdauer im Sinne der Abschreibung ist?! Das kann ich einfach nicht glauben!
      Kann es sein, dass ich meinen Mitarbeitern ein Fahrzeug mit fetten Sonderausstattungen lease, das auch privat genutzt werden kann, und keinerlei Idee über die Kosten habe, die dann auf mich zukommen?! Ich kann das nicht fassen!

      Hier im Forum gab es ja schon öfter heiße Diskussionen zum Thema "was soll ich pro km kalkulieren?".
      Da hab ich immer gedacht : na ja, da ist jemand neu im Geschäft.

      Aber in den letzten Tagen weiß ich nicht mehr, was ich glauben soll.
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    • Ist schon ein bisschen kompliziert mit der Abschreibung: Kalkulatorische Kosten, die nicht auf dem Kontoauszug als Zahlungsabfluss erscheinen . :D
      Ich vermute, der Fuhrpark ist nicht von einem Transportunternehmer, sondern von einer Firma, die nicht mit den Fahrzeugen Geld verdienen muss?
      Wahrscheinlich wird da jemand mit einem technischen Hintergrund Fuhrparkleiter, muss die Flotte am Laufen halten und hat vom Kaufmännischen wenig Ahnung.
      Aber es sollte in jedem Unternehmen mit 65 Fzg. einen Buchhalter geben, den man fragen kann :whistling:

      Aber auch bei den Existenzgründern in unserer Branche ist für manche Abschreibung was ganz ominöses - der "Fahrer-kauft-sich-LKW-und-wird-Unternehmer" hat davon auch häufig noch nichts gehört oder ist der Meinung, Abschreibung müsste man nicht ernst nehmen, weil's nicht jeden Monat auf dem Kontoauszug auftaucht.
    • Welche AfA rechnest du denn: Anschaffungskosten oder (eher sinnvoll, aber kaum bekannt) Wiederbeschaffungskosten? Die „normalen“ Programme basieren immer auf den Anschaffungskosten, und wenn man dann nach Jahren ein neues Fahrzeug kauft, ist da ein Gap zwischen damals und heute.

      Wie geht ihr denn damit um?
      Du muss nur lange genug am Ufer des Flusses sitzen.
      Irgendwann treibt die Leiche deines Feindes an dir vorbei.

      (Sagte einst, glaube ich, Sun Tze, um 500 v.Chr.)
    • Ahnungslos 3.0 schrieb:

      Ich vermute, der Fuhrpark ist nicht von einem Transportunternehmer, sondern von einer Firma, die nicht mit den Fahrzeugen Geld verdienen muss?
      In der Tat! Alle diese Fragen kamen bisher nicht von TU's!
      Aber TU's haben dafür an dieser Stelle noch gar nichts eingetragen.

      Xentin schrieb:

      Welche AfA rechnest du denn: Anschaffungskosten oder (eher sinnvoll, aber kaum bekannt) Wiederbeschaffungskosten?
      Wir haben lange überlegt, wie wir das machen sollen. Die Wiederbeschaffungskosten für die AfA zu verwenden wäre zwar sinnvoller, das hat aber m. E. den Nachteil, dass man beim Kauf eines Fahrzeugs noch nicht weiß, wie hoch die Wiederbeschaffungskosten dann in 6 oder 10 Jahren sein werden. Man würde dann mit Zahlen operieren, die sehr auf Annahmen beruhen. Und somit wäre die Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Fahrzeugen des Fuhrparks überhaupt nicht mehr gegeben.

      Letzten Endes haben wir uns für folgende Variante entschieden:

      Man trägt des Anschaffungswert der gekauften Fahrzeuge ein, also das, was man wirklich bezahlt hat (nicht die Wiederbeschaffungskosten). Über die Jahre kommen die Wartungs-, Reparatur-, Kraftstoff- und sonstigen Kosten hinzu. Jede dieser Kostenpositionen verändert natürlich die Gesamtkosten des Fahrzeugs - und somit auch die Kosten pro km.

      Wenn nun eine Neubeschaffung ansteht und man wissen will, mit welchen Kosten man ungefähr über die Nutzungsdauer rechnen muss, kann man den voraussichtlichen Kaufpreis des neuen Fahrzeugs vorübergend beim alten Fahrzeug als Kaufpreis eintragen. Man erhält dann sofort Gesamtkosten und Kosten pro km für das neue Fahrzeug unter der Annahme, dass alle sonstigen Kosten gleich wären.
      Diese Annahme stimmt natürlich nicht (neues Fahrzeug verbraucht vielleicht weniger Kraftstoff, vielleicht sind die Wartungskosten höher etc.), aber sie zeigt zumindest eine grobe Tendenz auf. In die Zukunft kann man eh nicht schauen.

      Es gibt eine weitere Auswertung, die nur die Abschreibungskosten anzeigt.
      Wenn man vorübergehend den voraussichtlichen Kaufpreis des neuen Fahrzeugs beim alten Fahrzeug als Kaufpreis einträgt, wird auch diese Auswertung neu berechnet und gibt quasi eine Vorschau auf das neue Fahrzeug.

      So sieht das aus. Die Zahlen sind natürlich vollkommen aus der Luft gegriffen (sind willkürliche Zahlen zum Testen der Funktion). Die Fahrzeuge gibt es so nicht.
      OFV_Abschreibungskosten.pngOFV_Kosten.png
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Excelfan ()

    • @Excelfan

      MMn ist dein Ansatz genau der richtige Weg, nämlich zunächst die Anschaffungskosten in dein Modell einzustellen. Da du die Variante des Änderns auf den Wiederbeschaffungswert anbietest, passt es gut.

      @Ahnungslos 3.0
      So, wie Excelfan es darstellt, ist es zunächst völlig egal (Handels- oder steuerrechtlich). Es geht ja zunächst nur um die Vor- bzw. Nachkalkulation eines FZ.

      Handelsrechtlich wird üblicherweise die lineare AfA eingestellt, damit das Ergebnis, z.B. für die Bank, gut aussieht. Steuerrechtlich würde man (wenn sinnvoll) die degressive AfA ansetzen, damit ist das Ergebnis logischerweise schlechter, aber steuerlich korrekt, und für den Unternehmer interessanter, weil gewinnmindernder.
      Du muss nur lange genug am Ufer des Flusses sitzen.
      Irgendwann treibt die Leiche deines Feindes an dir vorbei.

      (Sagte einst, glaube ich, Sun Tze, um 500 v.Chr.)
    • Und um eine Vergleichbarkeit herzustellen zwischen Fahrzeug-„Gruppen“, ist die lineare AfA eh sinnvoller, da die Gleichmäßigkeit über die Jahre gegeben ist.

      Wie gesagt, es gilt zu unterscheiden zwischen der Steuerung des Fuhrparks (FPC=Fuhrparkcontrolling) unter gleichen Bedingungen, und dies über Jahre, und der steuerlichen Gestaltung. Das wäre aber eine komplett andere Baustelle.
      Du muss nur lange genug am Ufer des Flusses sitzen.
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      (Sagte einst, glaube ich, Sun Tze, um 500 v.Chr.)
    • Xentin schrieb:

      MMn ist dein Ansatz genau der richtige Weg, nämlich zunächst die Anschaffungskosten in dein Modell einzustellen.
      Danke, Xentin. Ist ja immer gut, ein "ok" von Fachleuten zu haben, und wenn ich mich richtig erinnere, bist Du ja irgendwie auch vom steuerlichen Fach.

      Mir geht es in der Software in erster Linie gar nicht um die steuerliche Gestaltung, sondern zunächst einmal darum, dem Fuhrparkbetreiber eine Übersicht zu verschaffen, was seine einzelnen Fahrzeuge real kosten. Vor allem auch im Vergleich zueinander und im Vergleich zum Fuhrparkduchschnitt, der ebenfalls dargestellt wird. Das lässt ja auch weitere Schlußfolgerungen zu. Es gibt jetzt schon ein Beispiel: zwei identische Fahrzeuge (gleicher Typ, gleiche Motorisierung) mit annähernd gleichem Kilometerstand haben extrem abweichende Kosten pro 100 km. Als Fuhrparkbetreiber würde ich mich da fragen: warum ist das so?

      Ich stehe jetzt allerdings vor der Frage, ob dieses Tool überhaupt sinnvoll ist, wenn die Leute nicht wissen, was sie bei Nutzungsdauer eintragen sollen. Sehe meine Aufgabe eigentlich nicht darin, in der Softwaregrundsätzliche steuerliche Schulungen zu machen. Aber im ersten Schritt werden wir erst einmal versuchen, die Hilfe-Texte zu optimieren ...

      Danke für euer Feedback, Xentin und Ahnungslos 3.0

      Gruß

      der Excelfan
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    • @Excelfan

      Ich würde die AfA immer als „Quasi-Kosten“ erklären, d.h., das Fahrzeug wird angeschafft, und der Anschaffungwert wird über die (steuerliche) Nutzungsdauer verteilt, und dient soz. als Anparmodell.

      Vllt gibt es ja auch noch die Möglichkeit, wenn z.B. ein FZ gebraucht gekauft wird, Alter z.B. 2 Jahre, du grundsätzlich die steuerliche ND ansetzt minus der 2 Jahre. Das sollte eigentlich jeder verstehen.

      Oder doch nicht?
      Du muss nur lange genug am Ufer des Flusses sitzen.
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      (Sagte einst, glaube ich, Sun Tze, um 500 v.Chr.)
    • Ach so, fast vergessen:

      In deinem Modell geht es ja um Kalkulation und FZ-Steuerung = Vergleiche. Damit kommt eigentlich nur die lineare AfA in Betracht (=Quasi-Kosten für die Wiederbeschaffung, WENN der Unternehmer diesen Betrag denn beiseitelegt).
      Du muss nur lange genug am Ufer des Flusses sitzen.
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    • Xentin schrieb:

      Vllt gibt es ja auch noch die Möglichkeit, wenn z.B. ein FZ gebraucht gekauft wird, Alter z.B. 2 Jahre, du grundsätzlich die steuerliche ND ansetzt minus der 2 Jahre.
      Grundsätzlich wäre das programmiertechnisch möglich. Man könnte auf Grund der "Fahrzeugart" (Pkw, Lkw, Auflieger) die Nutzungsdauer von der Software bestimmen lassen. Man könnte sogar über die Daten Erstzulassung und Kaufdatum feststellen, dass ein gebrauchtes Fahrzeug gekauft wurde und daraus die Restnutzungsdauer ermitteln.
      Das würde aber auch eine Einschränkung der Freiheitsgrade für den Benutzer bedeuten.
      Der hat vielleicht eine branchentypische Nutzungsdauer (z. B. Feuerwehrfahrzeug) oder mit seinem Finanzamt irgendwelche Sonderregelungen getroffen und könnte die dann nicht eintragen - damit wäre die ganze Berechnung für diesen Benutzer nicht nutzbar.
      Deshalb soll die Eingabe manuell erfolgen. Ist nur ein Mausklick, da die Nutzungsgdauer über ein Auswahlfeld erfolgt.
      Aber interessante Anregung ...
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